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Als jüngstes Kind von insgesamt sechs Geschwistern kommt Robert Schmidiger am 25. Sept. 1917 im Lopperdorf Hergiswil zur Welt. Wie sein Vater und seine drei älteren Brüder nimmt auch er nach seiner obligatorischen Schulzeit die Arbeit in der Glasfabrik Hergiswil auf. Eine Berufsausbildung zu machen war in der damaligen Zeit nur wenigen vorbehalten und bleibt ihm verwehrt. So arbeitet er sich vom Hilfsarbeiter zum Glasbläser hoch und hält der Glasi Hergiswil, totz vielen Widerwärtigkeiten, Besitzerwechseln und Wirtschaftskrisen, mehr als 50 Jahre die Treue.

So ist in der Familie Schmidiger in der knappen Freizeit das Musizieren eine willkommene Abwechslung zum strengen Arbeitsalltag. Robert spielt bereits als kleiner Knabe, auf der von seinem Vater selbstgebauten Zither, mit seinen Geschwistern gerne traditionelle Volksweisen.

Die ersten Halszitherkenntnisse erwirbt sich Robert bei Fritz Pfulg in Kriens. Pfulg ist ein erfahrener Krienser Halszitherspieler. Unzählige Male fährt Robert mit senem Fahrrad nach Kriens, um seine Kenntnisse im Halszither spielen zu vertiefen.

Erste Kontakte nach Ennetmoos  und zum “Aegerte Kari” ergeben sich für Robert Schmidiger mit der Bekanntschaft seiner künftigen Ehefrau Anna Odermatt von der Langweid. Bei Familienfesten oder Hochzeiten wird oft gemeinsam musiziert und so entsteht eine lockere Verbindung mit den Musikern der Huismuisig vom Aegertestübli. Die vielfältige Instrumentierung gibt der Formation ihren Charakter. Nebst dem Schwyzerörgeli (Karl Barmettler) erklingt die Violine (Leo Barmettler) und die Halszither, welche vom Kontrabass (Arnold Flury) musikalisch untermalt wird.

Das herzerfrischende und urtümliche Musizieren der Huismuisig führt zu ersten Tonträgeraufnahmen. So sind sie auf der Schallplatte “Volksmusik aus den Schweizer Bergen” die anlässlich der Expo 1964 erstellt wird, erstmals mit drei Musikstücken zu hören. 1965 folgen Aufnahmen für drei weitere Schallplatten mit insgesamt zwölf volkstümlichen Tänzen. Dabei werden sie vom zweiten Halszitherspieler Albert Keiser unterstützt.

Den ersten Fernsehaufnahmen von 1964 für “Stadt und Land” mit Wysel Gyr folgen sporadisch weitere Aufnahmen in TV-Studios, in Ennetmoos oder in der näheren Umgebung. Die erste Langspielplatte wird 1973 zusammen mit dem Echo vom Pilatus, Hergiswil produziert. Nach der Namensänderung des Quintetts (1975) in “Ennetmooser Huismuisig” feiert sie 1978 das 40-jährige Bestehen mit einer weiteren Langspielplatte.

Auf den oben erwähnten zwei Langspielplatten sind die fünf Kompositionen von Robert Schmidiger zu hören. Er konnte keine Noten lesen, doch sein ausgeprägtes Musikgehör half ihm, im Stegreif zu spielen und komponieren. so spielte er nicht nur Halszither, auch mit der Gitarre, dem Kontrabass oder mit dem Klavier verstand er zu musizieren.
Mit 71 Jahren verstarb Robert Schmidiger 1988 als Erster der fünf Ennetmooser Huismuisigkollegen.